Ladungssicherung und EUMOS

„LKW umgekippt, nachdem er fast die Ladung verloren hat“, „LKW verliert komplette Ladung im Kreisverkehr“, „LKW landet im Graben“.

Wer diese Schlagzeilen liest, weiß vielleicht nicht, dass alle diese Unfälle darauf zurückzuführen sind, dass die beförderte Ladung nicht ausreichend stabil war. Der Europäische Rat und das Europäische Parlament sind sich sehr wohl bewusst, dass eine schlecht gesicherte Ladung jedes Jahr mehr als 1 000 Tote und viel mehr schwere Verletzungen verursacht. Bereits 2014 verabschiedeten sie die Richtlinie EU/2014/47, die nun in allen europäischen Mitgliedsstaaten in Kraft ist. Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, den technischen Zustand des Fahrzeugs und die Sicherung (= der für das Verstauen verwendete Begriff) der Ladung am Straßenrand zu überprüfen und dies auch der europäischen Verwaltung zu melden.

Verantwortlich?
Mit dieser Richtlinie verstößt der europäische Gesetzgeber in vielen Mitgliedsstaaten drastisch gegen die aktuelle Praxis. Europa verlagert die Verantwortung für die Sicherung der Ladung weg vom Fahrer und weg vom Spediteur hin zum Verlader und sogar hin zum Verpacker. Europa ist sich bewusst, dass es für einen Fahrer unmöglich ist, die 1.800 Bierkisten in einem Anhänger Stück für Stück zu sichern, geschweige denn, dass er jeweils 75.000 einzelne Dosen sichern kann. Viel einfacher wird es, wenn die 33 Palettenladungen sicher „formstabil“ sind.

Wie kann man überprüfen?
Dann stellt sich die Frage, wie ein Fahrer – und ein Straßeninspektor – weiß, ob eine Palettenladung stabil ist. Die Richtlinie EU/2014/47 bezieht sich auf die Norm EUMOS 40509. Diese Europäische Norm beschreibt einen Test, bei dem die Kräfte auf die Last beim Straßentransport unter Laborbedingungen simuliert werden. Realistische Kräfte wie Bremsen oder Kurvenfahren eines Lkw werden diskutiert. Zusätzlich zur Prüfung selbst beschreibt die Norm auch die Informationen, die der Packer dem Fahrer und dem Prüfer bei jeder Palettenladung zur Verfügung stellen muss.

Palettenstabilität
Was die Richtlinie und die Eumos-Norm nicht vorschreiben, ist, wie eine Palettenladung ausreichend stabil gemacht werden kann. Der Packer kann Umreifungsbänder, Kleber, Stretchbezüge, Stretchfolie, Kisten,…. verwenden. In der Praxis werden mehr als 80% der Palettenladungen in Europa mit Stretchfolie umwickelt, und diese Zahl steigt weiter an. Darüber hinaus haben sich in den letzten Jahren sowohl die Stretchverpackungsmaschinen als auch die verfügbare Folie enorm verbessert, nur um eine Palettenladung formstabil nach EUMOS 40509 verpacken zu können. Viele Packer und (nach und nach auch die Einkaufsverantwortlichen) erkennen, dass es ihnen besser geht, sich für eine hochwertige Stretchfolie mit gut dokumentierten mechanischen Eigenschaften zu entscheiden. Anschließend passen sie ihre Verpackungsmaschinen an diese Eigenschaften an und lassen die Formstabilität ihrer Palettenladungen nach EUMOS 40509 zertifizieren.

Dieser Gast-Blog wird von Prof. Mark Juwet, – KU Leuven – Experte für Ladungssicherung, Transportsicherheit und dauerhafte Produktverpackung geschrieben und ist Teil des Kurses Ladungsversicherung.

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