Ladungssicherung: Vorbeugen ist besser als Heilen

Die Ladungssicherung ist im Transportwesen eine Selbstverständlichkeit, denn nur so können Produkte sicher von A nach B befördert werden. Dennoch kommt es hier immer noch zu Problemen. Für Vos Transport in Deventer ist die Ladungssicherung ein kontinuierlicher Prozess, nicht nur im Interesse des Unternehmens selbst, sondern auch für seine Auftraggeber. Zeit für ein Gespräch!

Vos Transport blickt auf eine lange Geschichte zurück. Anton Vos gründete das Unternehmen vor über siebzig Jahren, 1947, im niederländischen Apeldoorn. Inzwischen steht schon die dritte Generation mit am Ruder des Betriebs. „Wir fühlen uns noch immer als Familienunternehmen“, berichtet Vertriebsmanager Ruud Klatten, „wir haben alle dasselbe Vos-Gefühl.“

Kurz nach dem Krieg besaß Vos Transport einen einzigen Lastkraftwagen, und heute betreibt das Unternehmen mehrere Niederlassungen und eine Fahrzeugflotte von 350 Lkw. Als Spedition ist Vos Transport ein mittelgroßer Betrieb, wie Klatten berichtet. „Wir wollen gern die Übersicht behalten und legen Wert auf persönlichen Service.“

Klatten begrüßt es sehr, dass der Ladungssicherung Aufmerksamkeit gewidmet wird. „Es passieren immer noch zu viele Unfälle mit Lkw, die offenbar durch mangelnde Ladungssicherung verursacht wurden.“ Für das Transportunternehmen ist die Ladungssicherung darum stets ein aktuelles Thema. Klatten betrachtet dies als gemeinsame Verantwortung: „Von uns und unseren Auftraggebern.“ Eigentlich gibt es zwei Arten von Ladungssicherung, wie er erklärt: „Einerseits im Auflieger, und andererseits auf der Palette. Beide sind für einen sicheren Transport der Waren notwendig.“

Ladungssicherung im Auflieger

Als Transportunternehmen ist der Betrieb gesetzlich zur Schulung und Fortbildung seiner Fahrer verpflichtet. „Ein Thema, das immer wieder auftaucht, ist die Ladungssicherung“, berichtet Klatten. „Das kommt dadurch, dass manche Auftraggeber einfach nicht genug darauf achten, bewusst oder unbewusst.“

Darüber hinaus ist es wichtig, dass das richtige Material zur Verfügung steht, damit der Fahrer die Anforderungen des Auftraggebers auch erfüllen kann. „Für manche Produkte, beispielsweise Fässer, braucht man im Auflieger Antirutschmatten. Unsere Auflieger sind außerdem mit fest am Dach montierten Spanngurten ausgestattet, die über die Ladung gezogen werden können.“ Bei diesem Thema sind also viele Aspekte zu beachten, berichtet Klatten. „Man braucht viel Wissen, aber auch die Mitwirkung des Auftraggebers und das richtige Material.“

Die Ladungssicherung kann durchaus auch ein schwieriges Thema sein. In Europa gelten nämlich keine einheitlichen Vorschriften. „Eine bekannte Regel besagt, dass 80 Prozent des Ladungsgewichts vorwärts und 50 Prozent seitwärts gesichert sein müssen“, erklärt Klatten, „damit die Ladung bei einer Notbremsung oder in scharfen Kurven nicht verrutscht“. In der Wallonischen Region Belgiens gilt eine zusätzliche Vorschrift, die letztes Jahr geändert wurde: „Dort gilt diese Regel nun auch in Aufwärtsrichtung.“

Die niederländische Regierung hat im vergangenen Jahr neue Kontrollvorschriften eingeführt: 5 Prozent aller Fahrten müssen kontrolliert werden. „Wir haben selbst den Eindruck, dass in Deutschland stärker kontrolliert wird als beispielsweise hier in den Niederlanden oder in Frankreich“, so Klatten. Es gibt zwar allgemeingültige Vorschriften, aber was in den Niederlanden gilt, gilt nicht automatisch auch in Belgien, oder die Normen sind dort anders. „Darauf müssen wir also sorgfältig achten, denn sonst drohen enorm hohe Geldstrafen.“

Ladungssicherung auf der Palette

Wie schwierig das Thema auch ist – bei Vos Transport bleibt die Ladungssicherung immer ein wichtiger Aspekt der Dienstleistungen. „Natürlich weil die Fracht nicht beschädigt werden darf, aber auch zur Sicherheit der Fahrer und der anderen Verkehrsteilnehmer. Wir wollen selbstverständlich, dass unsere Fahrer die Ladung sicher befördern können. Transportschäden gehen auf Kosten der Produktivität und der Sicherheit. Vorbeugen ist besser als Heilen!“

Darum scheut das Unternehmen auch keine Diskussion, wenn die Ladungssicherung offenbar nicht in Ordnung ist. Denn das kommt regelmäßig vor, wie Klatten weiß. Er nennt einige Beispiele: „Manchmal sind palettierte Kartons zwar seitlich mit Folie umwickelt, nicht aber von oben. Wenn es im Auflieger zur Kondenswasserbildung kommt, können die Kartons beschädigt werden. Das lässt sich ganz einfach verhindern, indem auch die Oberseite umwickelt wird. Auch beim Umschlag von Produkten hier in Deventer können Probleme entstehen, wenn Paletten nicht stabil genug beladen sind.“

Penny wise …

Klatten zufolge versuchen manche Unternehmen, beim Palettenwickeln Geld zu sparen. Das merkt man bei Vos Transport sofort. Beispielsweise, wenn Folie schlechter Qualität verwendet wurde. „Dann ist die Folie schlaff und verliert schnell an Elastizität.“ Oder es wird zu wenig Folie verwendet: „Dann wurde die Wickelmaschine so eingestellt, dass nur ein oder zwei Schichten Folie darum gewickelt werden, obwohl für die Ladung eigentlich drei oder vier Schichten nötig wären. Und das soll dann vielleicht noch bis Skandinavien befördert werden!“

Als Beispiel nennt er einen Fall mit einem Auflieger voller Konservengläser. „Die Gläser selbst waren umwickelt, aber sie waren nicht mit der Palette verbunden. Im Falle einer Notbremsung wären sie also einfach von der Palette gerutscht. Bei so einem Risiko weigert sich der Kunde normalerweise, den Auflieger zu entladen, und schickt die gesamte Ladung zurück. Das lässt sich verhindern, indem die Palette mit eingewickelt wird.“

Man sollte sich also gut des Zustands seiner Paletten bewusst sein, empfiehlt Klatten. „So muss gegebenenfalls auch ein Kantenschutz angebracht werden, damit nichts beschädigt wird. Und achten Sie darauf, dass die Paletten stabil aufgebaut werden: schwere Kartons nach unten, leichtere nach oben. Selbst das wird noch regelmäßig falsch gemacht, kaum zu glauben.“

Zusammengefasst heißt das, dass man nicht am falschen Ende sparen sollte, denn das wäre „penny wise, but pound foolish“!

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